Jugendarbeit im DHC
Der DHC hat im Jahr
2005 sein 100-jähriges Bestehen begangen. Dies ist Grund genug, die
heute gültigen sportlichen Strukturen sich einmal vor Augen zu führen.
Im Hockey zählt der DHC zu den leistungssportlich etabliertesten
Vereinen in der Landeshauptstadt, ist bei weitem der größte
Hockey-Club der Region und steht bundesweit an Nummer zwei bei den
jugendmitgliedstärksten Vereinen. Im DHC spielen z. Zt. 31
Hockey-Mannschaften, davon allein 25 Jugendmannschaften. Die Herren
spielen in Feld und Halle in der 2. bzw. 1. Bundesliga, die Damen in
der 2. Bundesliga bzw. Regionalliga.
Im
Jugendbereich errang der Club oftmals, zuletzt 2004, Deutsche
Meister-Titel. Etliche Jugendspieler und -spielerinnen des Düsseldorfer
Hockey Clubs sind oder waren National- oder WHV-Auswahlspieler.
Drei Elternmannschaften, die Eltern und Jugendliche optimal
in den Club einbinden, sind aktiv.
Grundsätze und Ziele des Düsseldorfer
Hockey Clubs im Jugendsport
Ziel des Düsseldorfer Hockey Clubs
ist die Gestaltung und Förderung kinder- und jugendgerechten
Leistungssports, er ermöglicht Jugendlichen, das Hockey- und
Tennisspiel spielerisch zu erlernen und zu gestalten, er unterstützt
unter pädagogischen, sportlichen und gesundheitlichen Aspekten die
soziale Entwicklung, Entfaltung und auch – im gewissen Rahmen –
Geselligkeit junger Menschen.
Der DHC will
Jugendliche in Hockey und Tennis möglichst umfassend fördern. Im
Training erwerben die Jugendlichen des DHC das nötige Können, um
ihre selbstgewählte Sportart in Wettspielen, Turnieren oder anderen
Anwendungsformen erleben zu können. Regelmäßige und nachhaltige
Trainingsangebote sollen den Mädchen und Jungen den Weg zu einem
Sport fürs Leben weisen. Darüber hinaus bietet der DHC in vielen
Entwicklungsphasen der Jugendlichen die soziale und mentale Unterstützung
durch möglichst kompetente Trainer und Betreuer. Ihr verständnisvoller
Umgang mit den Jugendlichen soll die Voraussetzungen schaffen, dass
diese ihre eigenen Fähigkeiten und den Spaß an Hockey und Tennis
entdecken und dieses letztlich wieder später an die nächste
Generation weitergeben können.
Der DHC als jugendgerechter Sportverein
Der
DHC muss für seine Zukunftssicherung die Jugendlichen möglichst so
lange sportlich und gesellschaftlich integrieren können, damit sie
dann später, unabhängig von ihrem Leistungspotential, im Club
Verantwortung und Aufgaben übernehmen können. Unsere Erfahrungen
zeigen, dass Kinder – häufig bedingt durch besondere elterliche
Motivation - heute wesentlich jünger in den Club eintreten (mit ca.
fünf Jahren), mehrmals zwischenzeitlich bei kurzfristigen
Misserfolgen die Sportart (Hockey, Tennis) wechseln und damit dem
DHC früh den Rücken kehren. Damit der DHC dennoch für die
Jugendlichen anziehend bleibt, ist es notwendig, dass sie den Verein
mitgestalten können (auch in Form von nicht sportartspezifischen
Aktivitäten wie Skifreizeiten, Sommercamps und ähnlichem), dass
auch sportlich weniger Talentierte ihren Platz im Club finden können
und dass ihnen Verantwortung übertragen wird. Die Jugendlichen von
heute sind Träger und Kapital des Clubs von morgen!
Der DHC bürgt für gute Sportangebote
Das Engagement der
Trainer, ihr Wissen und Können, sollte allen Spielern erfolgreiche
und gemeinschaftliche Sporterlebnisse ermöglichen. Daher ist neben
einer sorgfältigen Aus- und Weiterbildung auch ihre Auswahl und
Praxisbegleitung wichtig. Die Trainingssystematik im Hockey
orientiert sich am Regionalkonzept Hockey-NRW/WHV. Darüber hinaus
wurde diese Systematik im letzten Jahr von unserer sportlichen
Leitung für die einzelnen Jahrgänge noch weitergehender
spezifiziert, um auch den anderen zuständigen Trainern und
Co-Trainern ein feststehendes Handlungskonzept zu geben. Für die
entsprechende sachgerechte Durchführung sorgen die sportlichen
Leiter zusammen mit den zuständigen Sportobleuten des DHC.
Trainingskonzept Hockey DHC (bitte klicken)
Aufgrund
der beschränkten finanziellen Ressourcen ist es z. Zt. nicht möglich,
alle Jugendlichen von lizenzierten Trainern ausbilden zu lassen. Bei
ca. 25 Jugendmannschaften mit insgesamt über 350 Kindern müssen
Kompromisse gemacht werden.
Das Bambinotraining im
DHC beginnt frühestens nach Vollendung des 4. Lebensjahres. Es
erfolgt eine rein jahrgangsmäßige Einteilung. Geleitet wird das
Training dieser Trainingsgruppen von kompetenten Erwachsenen (meist
Mütter, Väter oder andere, die selber aktiv in der 1. Mannschaft
gespielt haben) mit jeweils jugendlichen Co-Trainern. Anfangs
erfolgt das Feld- und Hallentraining einmal die Woche, ab C-Mädchen/Knaben
im Feld möglichst zweimal, in der Halle einmal die Woche.
Ab den Jahrgängen Mädchen/Knaben
B-A (10-14 Jahre) erfolgt eine leistungsmäßige Einteilung der Mädchen
und Jungen. Entsprechende 2. Mannschaften werden gebildet, um auch
Spätentwickler optimal fördern zu können. Das Training der B1-
und A1-Mannschaften erfolgt in Halle und Feld zweimal die Woche,
B2-, A2, JB2 und JA2-Mannschaften können auf Grund fehlender
Platzkapazitäten nur einmal wöchentlich trainieren. Talentierte
Kinder können zusätzlich einmal die Woche in der jeweils älteren
Mannschaft trainieren. Ergänzt werden diese Trainingsmaßnahmen
durch entsprechende Förderungen auf Bezirks- und Verbandsebene
(Talentzentren und WHV-Kader).
Im Bereich der
Weiblichen und Männlichen Jugend (14-18 Jahre) sollten ausschließlich
lizenzierte, bzw. sportpädagogisch kompetente Trainer eingesetzt
werden. Das Training erfolgt in Feld und Halle mindestens zweimal
die Woche und wird durch ein weiteres Athletiktraining unter
Anleitung eines entsprechend geschulten Trainers ergänzt.
Spielstarke B-Jugendliche trainieren zusätzlich in der A-Jugend,
spielstarke A-Jugendliche nach ärztlicher Untersuchung im Damen,
bzw. Herrenbereich. Eine weitere Förderung erfolgt nach Maßgaben
des Verbandes. Zusammen mit Neuss ist der DHC seit Herbst 2004 ein
Standort des Talentzentrums Neuss/Düsseldorf und seit 2005
Landesleistungsstützpunkt Hocley.
Arbeitsbesprechungen
Die Sportlichen Leiter führen
regelmäßig Arbeitsbesprechungen sowohl mit den verantwortlichen
Sportobleuten als auch mit dem Trainerstab durch. Über die
Ergebnisse der Besprechungen sowie wichtige Entscheidungen wird Buch
geführt sowie Protokolle erstellt. Wechsel
in der Organisation, im Arbeitsablauf oder sonstige Veränderungen
werden umgehend besprochen und allen beteiligten Stellen sowie den
Mitgliedern mitgeteilt.
Trainingskonzept Tennis DHC (bitte klicken)
Das
Tennistraining wird im DHC ganzjährig von zwei hauptamtlichen
Tennistrainern durchgeführt (Wintersaison: clubeigene Halle). Sämtliche
Sportangelegenheiten (Trainings- Turnierplanung, Förderkonzepte)
werden in regelmäßig stattfindenden Besprechungen mit den zuständigen
Vorstandsmitgliedern (zwei Tennisobleute) sowie dem im
Clubsekretariat für Tennis zuständigen Mitarbeiter abgestimmt.
Im Bambino- und
Kindertraining werden Kinder ab einem Alter von etwa fünf Jahren in
Gruppen von vier bis sechs Teilnehmern an das Tennisspielen herangeführt.
Dies geschieht vorwiegend auf spielerischem Weg, auf der Basis, den
Umgang mit Bällen und Schlägern kindgerecht zu erlernen. Hierzu
werden verschiedene systematische Hilfsmittel in das Training mit
einbezogen: Methodikbälle und Bälle jeglicher Art, Kinderschläger
und Schlaginstrumente, verschieden gestaltete Spielfelder etc.
Gleichzeitig wird den Kindern von Beginn an eine tennisgemäße
Spielfähigkeit vermittelt. Sowohl im Kleinfeld mit Kleinfeldnetzen
als auch direkt im großen normalen Tennisfeld mit den regulären
Spielfeldmaßen werden Spiele entsprechend den technischen
Fertigkeiten der Kinder durchgeführt. Nach einem bestimmten
Spielsystem (LEVEL-TENNIS) treten hier Spielerinnen und Spieler
einer jeglichen Spielstärke von Anfängern bis zum
Fortgeschrittenen im sportlichen Vergleich gegeneinander an. Im KIDS
CLUB werden Tennisturniere nach diesem System organisiert, so dass möglichst
viele Kinder verschiedener Alters- und Spielstärkenklassen Kontakt
zum sportlichen Tennis-Vergleich im DHC finden können.
Darüber hinaus werden
verschiedene ergänzende sportliche Aktivitäten im Training und in
der trainingsfreien Zeit auf der Anlage des DHC angeboten und
durchgeführt: Fußball, Basketball, Volleyball, etc. Unter der Berücksichtigung
der spielerischen Fähigkeiten der Kinder werden die technischen
Fertigkeiten darauf aufbauend im Training weiterentwickelt.
Die Kinder und
Jugendlichen werden durch clubinterne Klein- und Großfeldspiele an
Wettkämpfe herangeführt und auch auf Bezirksebene für
Einzelmeisterschaften gemeldet. Eventuelle weitere Förderungen
durch den Tennisbezirk und den Tennisverband Niederrhein werden
durch den DHC unterstützt. Zur Zeit nehmen sieben
Jugendmannschaften (vier männliche und drei weibliche) in ihren
Altersklassen an Meisterschaftsspielen teil. Spielstarke Jugendliche
unterstützen die Mannschaften im Erwachsenenbereich.
Verantwortlichkeiten
Der
Vorstand legt satzungsgemäß die Durchführung der sportlichen und
gesellschaftlichen Vorgaben und deren Anwendung fest. Er bestimmt
das Vorgehen bei allen personellen, sportlichen und
gesellschaftlichen Fragen. Alle Anweisungen werden unter seiner
Verantwortung abgefasst. Die Anweisungen werden überprüft,
dokumentiert und per Aushang den Mitgliedern zugänglich gemacht
Der DHC und die umgebenden Schulen in
Oberkassel
Den Schulen in
Oberkassel werden - unter Einhaltung bestimmter Bedingungen - die
sportlichen Einrichtungen des DHC zur Verfügung gestellt. Dazu gehört
insbesondere die Nutzung des Hockeykunstrasens, der Tennisplätze
sowie der Naturrasenplätze für Fußball. Insbesondere ein Training
auf dem Kunstrasen sollte jedoch in der Regel um 14.00 Uhr beendet
sein. Auf Grund der geringen Entfernung bestehen insbesondere
intensive Kontakte zum Cecilien-Gymnasium, zum Comenius-Gymnasium,
der Carl-Benz-Realschule sowie den umgebenden Grundschulen
Bodelschwingh, Don Bosco und Wickratherstraße. Zusätzlich ist der
DHC Mitglied im Athletica-Sportinternat Düsseldorf
Sicherheitsmaßnahmen und medizinische
Betreuung
Sämtliche
Sicherheitsmaßnahmen insbesondere beim Training kleiner Kinder
(Schienbeinschoner, Mundschutz, Schutzhandschuh in der Halle, Torhüterausrüstung)
müssen mit allen Trainern besprochen werden. Jugendliche Trainer
sollten immer einen Erwachsenen im Hintergrund haben. In Notfällen
ist der sportliche Leiter zu fragen . Ein 1. Hilfe-Kasten befindet
sich im Sekretariat.
Grundsätzlich
lässt sich für alle sportlich aktiven Jugendlichen im DHC
folgendes Vorgehen empfehlen:
Zunächst
ist eine sportmedizinische Anamnese (Herz- und Atemwegserkrankungen,
bestehende Allergien, Asthma) sowie eine körperliche Untersuchung
mit EKG durch den Haus- oder Kinderarzt – wie in manchen anderen
Sportarten schon obligat gefordert - anzuraten. Bei Auffälligkeiten
oder auch auf eigenen Wunsch sind dann weiterführende
Untersuchungen bei entsprechend spezialisierten Ärzten oder
sportmedizinischen Untersuchungsstellen möglich.
Jugendarbeit unter Einbeziehung der
Eltern
Erfolgreiche – und
das nicht nur aus leistungssportlicher Sicht - Jugendmannschaften
werden keineswegs ausschließlich vom Trainer betreut, sondern
oftmals gerade am Wochenende auch von engagierten Eltern. Eine gute
elterliche Betreuung beeinflusst das Können und den Zusammenhalt
der Mannschaft erheblich im positiven Sinne. Dabei handelt es sich
nicht um die nach außen sichtbare Spielbetreuung, sondern um etwas
vielfach Unbeachtetes: die organisatorische „Hintergrundarbeit“.
Kein Außenstehender weiß um den unsichtbaren Zeit- und
Arbeitsaufwand, den jeder Trainer zusätzlich zur Trainings- und
Betreuungszeit investieren muss; die Menge von „organisatorischem
Kleinkram“, die eine Bambinomannschaft benötigt, bevor sie das
erste Mal einigermaßen sortiert auf dem Platz steht.
Ein paar Beispiele:
Spielbekleidung, Torwartsachen, 1.Hilfe-Koffer, Spielerpässe
beantragen, Adressenlisten erstellen, Spielabsagen und Trainingsausfälle
bekannt geben, Fahrdienste einrichten, Elternabende organisieren,
Benachrichtigung für Spiele am Wochenende, Anfahrtsbeschreibungen
zu anderen Vereinen besorgen etc.
Sicherlich übernehmen
ein gut funktionierendes Sekretariat, der Sportliche Leiter und die
mitarbeitenden Jugendobleute durch organisatorische
„Vorleistung“ viele Arbeiten (Turnierpläne erstellen,
Trainingszeiten regeln etc.), aber diese Dinge sind in übergeordneten
Bereichen angesiedelt und sollten nicht bis in die einzelnen
Mannschaften mit ihren speziellen Angelegenheiten hinein gehen.
Jeder Verein kennt die
Diskussion und die Schwierigkeiten beim Auffinden von Betreuern. Die
durch ihre hockeyspielerischen Fähigkeiten geeigneten Personen sind
in diesem Zusammenhang zwar begehrt, aber schwer zu finden. Sofern
die Betreffenden nicht schon als Trainer tätig sind, fehlt ihnen
zumeist die nötige Zeit (in der Woche Schule, Ausbildung und Beruf,
am Wochenende die Überschneidung mit den eigenen sportlichen
Verpflichtungen).
Generell halten sich
die Eltern der Hockeykinder fast alle für nicht kompetent genug,
und so sind es - wenn überhaupt - zumeist die noch aktiven oder
aktiv gewesenen Eltern, die sich für diese Arbeit der Betreuung
(besser Organisation) bereit erklären. Es soll nochmals deutlich
herausgestellt werden, dass es sich neben eventueller gelegentlicher
Spielbetreuung (die durchaus Eltern im Kinderbereich leisten kann)
vor allem um organisatorische Hilfe für die Trainer handelt. Es
muss also keine hockey-aktive Person sein, die als „rechte“ Hand
fungiert, sondern jeder kann hier einspringen. Nicht Pfeifen oder
Spielbetreuung sind in erster Linie gefragt, im Vordergrund steht
die Hilfe bei den bereits erwähnten, unterschiedlichen Aufgaben,
die eine gut funktionierende Mannschaft benötigt. Die Verantwortung
für eine Mannschaft liegt demnach nicht allein in den Händen des
Trainers, sondern gerade auch bei den Eltern, die mehr als reine
Fahrleistungen erbringen sollen. Ein durch den WHV oder im DHC
angebotener "Trainer-Helfer" oder Schiedsrichterlehrgang
kann ein Anfang sein, auch als „Laie“ etwas hockeykundiger zu
werden.
Aus den negativen
Erfahrungen der einzelnen Trainer angesichts der Schwierigkeiten,
das nötige Engagement bei den Eltern zu finden, resultiert häufig
das Beenden der Trainertätigkeit. Die anderen, die trotz mangelnder
Unterstützung weitermachen, tun dies in der Regel mit abnehmender
Motivation. Der Erfolg einer Mannschaft (optimales Training,
optimale Betreuung, als größtes Ziel das Erringen des „blauen
Wimpels“, der Zusammenhalt bis ins Erwachsenenalter, etc.) ist nur
durch Arbeitsteilung und organisatorische Unterstützung aller
Eltern möglich.
Freuen wir uns also auf
schöne Spiele unserer Jugendmannschaften. Erfolg und Zufriedenheit
mit dem Club wird sich sicher einstellen, wenn das gesamte Umfeld
des Jugendbereiches – kompetente Trainer, das Engagement möglichst
vieler Eltern sowie ausreichende Trainingsmöglichkeiten für alle
Kinder durch einen weiteren Kunstrasen - weiter verbessert wird, und
neben den leistungsorientierten sich auch die weniger ehrgeizigen
Spieler mit dem DHC identifizieren können.
Dr.
Stephan Schauseil