< Damen bei Final-Four
24.06.2018 15:31 Alter: 88 days
Kategorie: Hockey

Halbfinale verloren


Was den Alster-Damen letztes Jahr noch nicht gelingen wollte, haben sie diesmal geschafft: Mit ihrem 4:3-Sieg nach Penalty-Shootout (1:1, 1:1) über den Düsseldorfer Hockeyclub ist der Club an der Alster ins Finale um die Deutsche Feldhockeymeisterschaft eingezogen.

Erst nach Penaltyschießen konnte diese spannende und in weiten Teilen ausgeglichene Partie entschieden werden. Am morgigen Sonntag geht es für die Hamburgerinnen dann gegen den Gewinner des zweiten Halbfinalspiels, Mannheimer HC gegen UHC Hamburg.

Düsseldorfs Cheftrainer Nico Sussenburger war enttäuscht über das Aus im Penaltyschießen, wollte aber „meiner Mannschaft absolut keinen Vorwurf machen. Unser Ziel war es, uns für die FINAL FOUR zu qualifizieren und dort stark zu spielen. Und genau das haben wir gemacht. Über die gesamte Spielzeit hätten wir den Sieg verdient gehabt. Wir haben klar mehr Möglichkeiten und auch mehr vom Spiel. Einziges Manko ist die Effizienz – und das ist aus das, was wir für die nächste Spielzeit verbessern müssen, denn das war schon die gesamte Saison das Problem. So viele Chancen musst du dir gegen Alster überhaupt erstmal erarbeiten. Und wenn du die dann nicht nutzt, ist es ärgerlich. Aber insgesamt bin ich mit der Saison sehr zufrieden. Das Set-up mit der Unterstützung in Düsseldorf, durch Club, Stadt und Sponsoren trägt richtig gute Früchte!“

Auch Alster Trainer Jens George gab zu, dass „wir nicht verdient gewinnen, weil wir heute in drei Vierteln unsere Leistung nicht gebracht haben. Aber danach fragt am Ende keiner mehr. Ich denke, dass wir uns durch die Favoritenrolle nach der Liga-Meisterschaft selbst zuviel Druck gemacht haben. Dadurch haben sehr viele ihr Leistungspotenzial nicht voll abrufen können. Im letzten Viertel hat man dann ja gesehen, was möglich ist. Da haben wir ein klares Chancenplus.“ Ein Lob ging an Lisa Altenburg, die nach ihrem verschossenen fünften Penalty direkt als erste Schützin für die Verlängerung des Penaltyschießens zur Verfügung stand: „Das ist Lisa! Die hat soviel Selbstvertrauen, dass sie sich auch nach dem Fehlversuch sofort zutraut wieder zu schießen. Da gibt es nicht viele Spielerinnen, die so reagieren.“

Der Düsseldorfer HC startete spielbestimmend in diese wichtige Partie und konnte bereits in Minute zwei die erste Torchance rausspielen: Über die rechte Seite ging Sabine Markert bis in den Kreis, doch ihre Ballablage fand vor dem Tor keine Mitspielerin. Und die Hamburger Konterchance ließ nicht lange auf sich warten: Ein langer Schlenzball über die linke Seite erreichte Lisa Altenburg erfolgreich, doch die 28-Jährige hatte keine Möglichkeit, den Ball auf eine Mitspielerin vors Tor zu bringen. In Minute sechs gab es dann nach Foul die erste Ecke des Spiels für den DHC: Der Schuss von Luisa Steindor in die linke Ecke konnte die Alster-Torhüterin erfolgreich abwehren.

Es entwickelte sich eine sehr muntere Partie mit vielen Torchancen auf beiden Seiten und schnellen Seitenwechseln - doch keine Mannschaft konnte im ersten Viertel etwas Zählbares auf der Anzeigentafel verbuchen. Die Hamburgerinnen wurden zwar immer sicherer im Spielaufbau und konnten dank ihrer Passsicherheit bis in den gegnerischen Kreis vordringen, doch beim Abschluss fehlte dann das letzte Quäntchen Glück.

Nach der zweiminütigen Pause starteten die Düsseldorfer Damen wieder etwas aggressiver ins Spiel, doch die ersten große Torchance ging wieder aufs Konto der Alsterdamen: Ein langer Ball von Anne Schröder erreichte Lisa Altenburg, die im Alleingang bis in den Kreis sprintete. Doch auch diesmal sicherte die Düsseldorfer Nummer 1 mit einer Glanzparade vor dem eigenen Tor. In der 20. Spielminute die gleiche Szene - jetzt aber mit anderem Ergebnis: Wieder ein schneller Sprint von Lisa Altenburg über die rechte Seite, ein hoher Ball über die Torhüterin - und die hatte keine Chance. Alster ging mit 1:0 in Führung.

In den darauffolgenden Minuten wurde es auf beiden Seiten etwas hektischer, verlorene Zweikämpfe führten zu stetigen Ballwechseln. Eine Phase, die der DHC nutzen wollte. Und konnte: In der 25. Minute erreichte Elisa Gräve ein Pass von der linken Seite und sie verwandelte. Ausgleich für Düsseldorf. Der gab den Rheinländerinnen klar wieder mehr Selbstvertrauen.

Doch bis zum Ende des zweiten Viertels war außer einer Gelben Karte für Alsters Viktoria Huse nichts mehr zu verbuchen. Mit dem 1:1-Gleichstand ging es in die Halbzeit.

Nach der Pause ging es direkt torgefährlich weiter: Der Düsseldorferin Greta Gerke fehlten nur wenige Zentimeter, um ihren Stecher, liegend vor dem gegnerischen Tor, in die Führung zu verwandeln. Insgesamt behielt der DHC die Kontrolle, ein hoher Schuss von Teresa Pelegrina ging knapp übers Tor. In Minute 34. dann die nächste Torchance: Der DHC bekam Ecke nach Fußspiel. Doch die Variante auf Sabine Markert missglückte, erst beim zweiten Nachschuss jubelten die Düsseldorferinnen Aber das Tor wurde nicht gegeben, der Schiedsrichter entschied auf einen gefährlichen Schuss. Der kurze Gedanke an einen möglichen Rückstand schien bei den Alster-Damen wie ein Weckruf gewirkt zu haben: Erst danach gelang es ihnen, das erste Mal in diesem dritten Viertel in den gegnerischen Schusskreis vorzudringen, allerdings ohne große Torchance. Im Gegensatz zu den DHC-Damen: Ein sehr schönes Kombinationsspiel von Jennifer Fröhlich und Teresa Pelegrina wurde allerdings nicht belohnt, der Abschluss scheiterte an der Hamburger Torhüterin. Dann die erneute Chance für Alster, in Führung zu gehen. Doch die Ecke in Minute 41. wurde verstoppt. Kurz darauf ärgerten sich dann die Düsseldorfer Fans, als Lisa Nolte nach einem Alleingang gegen zahlreiche Hamburger Gegenspielerinnen zwar bis kurz vors Tor dringen, diesen aber nicht erfolgreich abschließen konnte. Ihr Schuss ging knapp rechts am Tor vorbei.

Das letzte Viertel startete also trotz zahlreicher Chancen auf beiden Seiten mit dem 1:1-Gleichstand - und mit einer Ecke für Alster. Die ging zwar nicht rein, wurde aber auf Wiederholung gepfiffen. Doch auch der zweite Versuch landete nicht als Zähler auf der Anzeigetafel, sondern direkt im Handschuh der Düsseldorfer Schlussfrau. Fünf Minuten später erneut Ecke für die Hamburgerinnen. Doch kam die potenzielle Schützin gar nicht zu ihrer Chance, Lynn Fröschle verstoppte. Zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit startete Düsseldorf noch einen Angriff über die linke Seite, konnte den Ball sogar bis vors Tor legen. Doch Selin Oruz konnte ihn genau dort dann nicht versenken, der Abpfiff beendete das Gemenge vor dem Tor.

Es ging ins Penaltyschießen. Die Düsseldorfer Torfrau Nathalie Kubalski musste als erste ihren Kasten sauber halten: Emily Kerner trat für den Alsteraner Penalty an, ohne Erfolg. Die Führungschance für Alisa Vivot, doch auch ihr Ball ging nicht ins Tor, sondern darüber hinaus. Anne Schröder trat zum nächsten Duell Torfrau gegen Schützin an - und verwandelte scheinbar genau mit dem Abpfiff, Führung für Hamburg. Dies focht Düsseldorf mit dem Videobeweis an, aber es war keine Entscheidung möglich, ob der Ball rechtzeitig vor der Sirene im Tor war. Pia Lothak ließ sich aber nicht lang bitten und schob ihren Penalty ganz entspannt über rechts ins Tor. Erneuter Ausgleich, dabei blieb es dann auch erstmal nach den vergebenen Chancen durch Jessica Reimann und Teresa Pelegrina. Erst Viktoria Huse gelang ein erneuter Treffer für Alster, der DHC vergab. Doch Lisa Altenburg konnte den Sack nicht zumachen, umgekehrt glich Düsseldorf durch Gräve wieder aus.

Jetzt hieß es: Der nächste Treffer entscheidet. Alisa Vivot trat für den DHC an, erfolglos. Jetzt lag es an Lisa Altenburg. Und die Goalgetterin machte ihrem Ruf alle Ehre: Sie versenkte per Nachschuss zum entscheidenden Treffer und löste somit das Finalticket für Alster.

 


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